Die Haselnuss leitet den Vorfrühling ein

TN_ Die männlichen Blüten der Haselnuss (Corylus avellena) sind schon in „Lauerstellung“ und ganz auf Vorfrühling eingestellt. Es fehlen nur noch ein paar warme Tage und die schon gestreckten Kätzchen verstäuben mit Hilfe des Windes wieder millionenfach ihre Pollen in alle Himmelsrichtungen. Die kleinen weiblichen Blüten als „Empfänger“ des Pollenpaketes sind eher unscheinbar und zu mehreren in der Knospe eingeschlossen. Nur die rötlichen Narben ragen aus der knospigen Umhüllung und „warten“ auf die Ankunft der Pollen. Hieraus entstehen später die eigentlichen Haselnüsse. Als Frühblüher ist die Hasel wie die Weide ein wichtiger Pollenlieferant für die Honigbienen. Die Haselnuss ist zudem eine markante Zeigerpflanze für die phänologische Jahreszeit. Der Vorfrühling wird angezeigt durch die ersten Blüten von Haselnuss, Schneeglöckchen, Schwarz-Erle, Salweide und der Blüte des Winter-Jasmins.

Kultur der Haselnuss
Die Haselnuss hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet von Europa über Kleinasien. Wegen der frühen Blüte und der Gefahr durch späte Winterfröste wird sie vor allem in der Türkei, Griechenland und den USA erwerbsmäßig angebaut. Die normale Erziehung ist der Strauch. Wichtig ist eine lockere Kronenpartie, denn nur gut belichtete Astpartien blühen und fruchten. Gelegentlich wird sie auch mit kurzem Stamm auf die Baumhasel veredelt.

Vier Kultursorten der Haselnüsse sind bekannt. Die Lambertsnuss, die Zellernüsse, die Lambertshybriden und die Zellerhybriden. Deutliche Unterscheidungsmerkmale sind die Hüllen der Nüsse. Bei der Lambertsnuss ist die Hülle röhrenförmig und länger. Bei den Zellernüssen ist die Hülle zweiblättrig und kürzer als die Nuss. Lambertsnüsse gelten geschmacklich als die besten.

Foto: Thomas Neder