Himbeeren – Bunt und enorm gesund
 

Die Himbeere gilt wegen ihres hervorragenden Geschmacks als „Königin unter den Beeren“. Gerade die moderne Ernährungslehre hat sie wegen ihres hohen Gehalts an sekundären Inhaltsstoffen wieder in den Fokus einer gesunden, modernen Ernährungslehre gerückt.

Unter allen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, die im Beerenobst enthalten sind, gilt Ellagsäure, die reichlich in Himbeeren enthalten ist, als Bestandteil mit der größten Krebs hemmenden Wirkung. Himbeeren sind darüber hinaus reich an Ballast- und Mineralstoffen (vor allem Kalium, Magnesium, Mangan und Eisen) und enthalten viele weitere gesundheitsfördernde Flavanoide und Anthocyane.
Wer im Garten gezielt frühe, mittlere und späte Sorten anbaut, kann sich von Ende Juni bis Saisonende mit gesundem frischem Naschobst aus dem eigenen Garten versorgen.

Einteilung:
Je nach Fruchtbildung unterteilt man sie in zwei Gruppen: Sommerhimbeeren (nicht remontierend) und Herbsthimbeeren (remontierend).

Bei den Sommerhimbeeren erstreckt sich die Entwicklung von der Jungrute bis zur Blüte über zwei Jahre. Im ersten Jahr bilden sich aus den flachstreichenden Wurzeln oder aus dem Wurzelhals neue Triebe. Ab dem Spätsommer, wenn das Längenwachstum nachlässt, bilden sich in den Blattachselknospen die Blütenanlagen für das kommende Jahr. Nach der Blüte und Ernte im darauf folgenden Jahr sterben die Ruten ab. Sie werden dicht über der Erde zurückgeschnitten.

Bei den remontierenden Herbstsorten erfolgt die Blütenbildung bereits im ersten Jahr, je nach Sorte ab Mitte Juli bis August. Die Ernte erfolgt oft bis zum Ende der Vegetationsperiode. Aus phytosanitären Gründen werden die Ruten nach der Ernte bis auf den Boden komplett zurückgeschnitten. Belässt man die abgetragenen Ruten dennoch, entwickeln sich im Jahr darauf aus den mittleren und unteren Seitentrieben erneut Blüten, d.h. die Pflanze trägt zweimal. Da die Winterruten von Herbstsorten relativ frostempfindlich sind, und die Früchte der Sommerernte häufig von den Maden des Himbeerkäfers befallen werden, verzichtet man in der Regel auf eine zweijährige Kultur.

Herbsthimbeeren nehmen im Sortiment stark zu, da die Kultur der Sommerhimbeeren zunehmend Probleme bereitet. Herbsthimbeeren gelten als robuster gegen die typischen Himbeerkrankheiten. Dennoch versagen auch sie auf schweren, schlechten Himbeerböden oft nach einigen Jahren. Die Früchte der Herbsthimbeeren sind in der Regel madenfrei.

Werden im Hausgarten sowohl Herbst- als auch Sommerhimbeeren angebaut, sollten diese wegen der unterschiedlichen Kulturführung nicht zusammen, sondern getrennt auf verschiedenen Beeten kultiviert werden.


Erziehungssysteme:
Am Drahtrahmen

Die Erziehung kann auf verschieden Art und Weise erfolgen. Bei Sommerhimbeeren entweder klassisch am horizontalen Draht mit ca. 10-12 kräftigen Ruten pro lfd. Meter. Werden die Ruten nicht nur an einem, sondern an zwei parallelen Drähten gezogen, entfällt eine Fixierung mittels Klammer oder Schnur. Das erste Drahtpaar befindet sich etwa 0,80 m, das zweite 1,30 m und das dritte etwa 1,70m über dem Boden. Die abgetragenen Ruten werden nach der Ernte dicht über der Erde abgeschnitten.

Am V-Spar
Alternativ köliennen stark wachsende Sorten auch am sog. V-Spalier gezogen werden. Die Jungruten entwickeln sich hier ungestört in der Mitte. Die Tragruten sind an den V-förmig zur Seite geneigten Spanndrähten angeheftet. Der Abstand der Drahtpaare kann sich am horizontalen Drahtspalier orientieren.

Als Beetkultur
Neu bei den herbsttragenden Himbeeren ist die einfache Beetkultur. Nach der Ernte im Herbst werden hier alle Ruten bis zum Boden zurückgeschnitten. Die Pflanzen bauen sich im Laufe des folgenden Jahres wieder auf und fruchten im Spätsommer-Herbst. Bei der Beetkultur reicht als Einfassung eine seitliche Begrenzung in etwa 80 bis 100 cm. Alternativ kann man auch ein weitmaschiges Gitter über die Pflanzen legen, das mit zunehmender Wuchshöhe nach oben mit hoch gezogen wird. Hier sieht das Ganze dann etwas geordneter aus und die Pflanzen stehen auch nach stärkeren Niederschlägen und bei starkem Fruchtansatz stabil. Die Ruten mancher Herbstsorten sind so stabil, dass sie keine Hilfen benötigen.

Will man ein „Auswandern“ der unterirdischen Ausläufer auf Nachbarbeete vermeiden, sollte man an eine Wurzelsperre als Beeteinfassung denken.

Möglichkeiten der Standortverbesserung
Je nach regionalen Begebenheiten ist der Boden für eine Himbeerkultur oft nicht ideal. Bei schweren Böden kann alternativ auf ca. 40 bis 50 cm hohen Wällen aus Kompost- Erde Mischungen gepflanzt werden. In eigenen Versuchen hat sich die Beimischung eines handelsüblichen Dachgartensubstrates (20%) zur dauerhaften Lockerung als vorteilhaft erwiesen. Die positiven Wirkungen von reifem Kompost machen sich, neben der langsam fließenden Nährstoffnachlieferung, vor allem auch dadurch bemerkbar, dass in der organischen Masse viele Antagonisten gegen die gefürchtete Phytophthora Wurzelfäule vorhanden sind. Der Kompost sollte für diesen Zweck nicht sterilisiert werden, da hierdurch die Gegenspieler abgetötet würden.

In der Praxis sieht es so aus, dass z.B. vor der Dammbildung 40l Kompost pro lfd. Meter Himbeerreihe der anstehenden Erde zugemischt werden. Auch reine Kompostdämme mit etwa 60 l Kompost pro lfd. Meter werden in der Praxis verwendet. Durch die Dammbildung nimmt andererseits aber auch der Wasserbedarf in den Sommermonaten zu. Dies legt den Einsatz einer zeitsparenden Tropfbewässerung nahe.

Fotos: Thomas Neder

Neu im Sortiment ist die schwarze Sorte `Black Jewel`. Sie wächst ähnlich stark wie eine Brombeere.

 
 
Die Farbpalette der Himbeeren umfasst mittlerweile gelbe, apricotfarbene , rote und schwarze Sorten.  

Zu den aktuellen Favoriten unter den Herbsthimbeeren zählt z.B. die großfruchtige Sorte `Polka`