Fledermausquartiere bereichern den Obstmuttergarten in Einberg
 

(TN) Der Obstmuttergarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. am Ortsrand von Einberg ist nicht nur aus obstbaulicher Sicht eine kleine Schatzkammer. In Verbindung mit den umliegenden Streuobstwiesen, der Talsenke und dem Feuchtbiotop besitzt der Obstgarten als strukturreicher Übergang vom Ortsrand zur freien Landschaft eine hohe ökologische Wertigkeit.

Auch viele Fledermausarten fühlen sich in diesem Habitat schon seit vielen Jahren wohl und haben diesen insektenreichen Bereich zu ihrem Jagdrevier auserkoren. Zur Bereicherung und Verbesserung des Lebensraumes wurde mit Unterstützung der Fledermausgruppe des LBV nun noch eine ganze Palette unterschiedlichster Fledermausquartiere in die Kronen der Obsthochstämme gehängt. Gerhard Hübner hatte hierzu einige Strobel-Rundkästen, -Flachkästen, einen Bayerischen Giebelkasten und andere praxiserprobte Modelle mitgebracht. Insgesamt 10 Kästen warten nun auf ihre Besucher und man hofft, dass Bartfledermaus, Abendsegler und Co ihre Sommerquartiere dauerhaft im Obstmuttergarten einrichten.

Wie der Geschäftsführer des Kreisverbandes, Thomas Neder zu berichten weiß, stehen in der Anlage mittlerweile ca. 90 Obsthochstämme. Ein Teil wird zur Gewinnung von Edelreisern verwendet, die alljährlich in großer Stückzahl an interessierte Gartenfreunde ausgegeben werden. Darüberhinaus werden die zahlreichen Obstsorten für Ausstellungen oder Fachveranstaltungen verwendet. Im Vergleich zur stark limitierten Palette der Supermärkte stellt das über viele Jahre hinweg gezielt zusammengestellte Sortiment auch einen interessanten Genpool dar. Die allermeisten Sorten sind im Fachhandel und in vielen Baumschulen nämlich kaum mehr erhältlich. Vor allem geschmacklich kann man an den alten Apfelsorten noch die breite Geschmacksvielfalt erleben. Vom edelaromatischen Gravensteiner, zum weinsäuerlichen Jakob Fischer bis hin zum genussvollen Zuccalmaglio und saftigen Berner Rosenapfel wird in der Anlage einiges an anregenden Geschmacksnoten aufgetischt.

Der Unterhalt des Obstmuttergartens, der als sinnvolle Ergänzung des Obstlehrgarten konzipiert ist, stellt arbeitstechnisch eine sehr große Herausforderung für den Verband dar, weiß Geschäftsführer Thomas Neder zu berichten. Auch dank der Unterstützung des Bauhofes der Stadt Rödental beim Grasschnitt und zahlreichen Stunden, die für den Schnitt aufgewendet werden müssen, ist die Anlage in einem guten representativen Zustand. Sortenschilder im alten Teil der Anlage weisen seit einiger Zeit auf die große Sortenvielfalt des Obstmuttergartens hin.

Terminankündigung:
Am 27. September gibt es ab 14 Uhr im Lehrgarten die traditionellen „herbstlichen Naschereien“. Wenn das Wetter mitspielt, werden neben Weintrauben auch Herbstäpfel und späte Pflaumensorten zur Verkostung aus dem Obstmuttergarten angeboten.

Fotos: T. Neder

(TN) Insgesamt 10 Fledermauskästen wurden im Obstmuttergarten in Einberg aufgehängt. Thomas Neder und Gerhard Hübner hoffen, dass Bartfledermaus, Abendsegler und Co ihre Sommerquartiere nun dauerhaft im Obstmuttergarten beziehen werden.