Leckere Herbstäpfel

Jetzt gezielt für die nächsten Ernte pflanzen.

 

(TN) Die Neupflanzung einer Apfelsorte will wegen der langen Standzeit gut überlegt sein. Neben der richtigen Sortenwahl, spielt auch die Wahl der Unterlage eine bedeutende Rolle.

Vor allem in kleinen Gärten, in denen ein Apfelhochstamm den räumlichen Rahmen sprengen deutlich würde, sollte man auf schwache, schnell fruchtende Unterlagen zurückreifen. Diese bremsen den Wuchs des Baumes und halten den Baum klein. Sie sorgen für sehr frühe Erträge und eine leichte Beerntbarkeit.

Im Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. werden die Unterlagen M27, M9 und M26 getestet. Alle Unterlagenformen liefern bei gutem Schnitt und einer rechtzeitgigen Ausdünnung der Früchte ab etwa Walnussgröße regelmäßige und gute Ernten. Die geringe Größe der kleinen Bäume erlaubt es auch, sie mit engmaschigen Netzen gegen den tierischen Hauptschädling des Apfels, den Apfelwickler, zu schützen. Verwendet man dann noch eine gute schorfresistente, bzw. tolerante Sorte und bewässert in Trockenzeiten, steht einer guten Ernte nicht mehr viel im Wege.

Fehlen Lagermöglichkeiten, wird man vor allem Sommer- und Herbstsorten verwenden.

Schwache Unterlagen benötigen zeitlebens einen Pfahl und eine größere freie Baumscheibe. Schlechter Boden sollte großzügig verbessert werden. Bei schweren und kalten Böden empfiehlt sich eine Dammpflanzung. Beispiele hierfür liefert der Obstlehrgarten.

Mit folgenden Sommer- und Herbstäpfeln wurden am Lehrgarten gute Erfahrungen gemacht:

Piros:

Die Sorte reift sehr früh kurz nach dem altbekannten Klarapfel. Der Apfel ist groß und rotbackig. Piros ist saftig, schmeckt fruchtig und mild. Der Sommerapfel ist nur gering anfällig für Schorf und Mehltau. Der Wuchs ist leider etwas sparrig und erfordert Einfühlungsvermögen beim Schnitt.

Retina:

Retina ist eine empfehlenswerte Spätsommersorte und schmeckt angenehm süß-säuerlich. Auf der sehr schwach wachsenden Unterlage M27 bringt sie im Obstlehrgarten regelmäßige und gute Erträge.

Reglindis:
Ebenfalls in die süß-säuerliche Schiene fällt Reglindis. Sie reift nach Retina und ist etwa ab Oktober frisch vom Baum oder nach kurzer Zwischenlagerung genießbar.

Rubinola:
Bei Geschmackstests bekam die Herbstsorte Sorte Rubinola stets mit die besten Besuchernoten. Das Fruchtfleisch ist rel. fest, und schmeckt angenehm süß.

Rebella:
Typisch für Rebella ist die hochgebaute Form. Der rotbackige Herbstapfel lädt unweigerlich zum Naschen ein. Der Apfel schmeckt süß säuerlich und kann wie Reglindis und Rubinola ab ca. Oktober frisch vom Baum oder nach kurzer Nachreife gegessen werden.

Fotos: Thomas Neder

Retina ist eine robuste süß-säuerliche Spätommersorte. Piros ist für Apfelliebhaber nicht nur optisch sondern auch geschmacklich ein Genuss.
Ebenfalls in die süß-säuerliche Schiene fällt Reglindis. Sie reift nach Retina. Bei Geschmackstests bekam die Herbstsorte Sorte Rubinola stets mit die besten Noten.

Typisch für Rebella ist die hoch gebaute Form. Der rotbackige Herbstapfel lädt unweigerlich zum Naschen ein.