Sauer macht lustig !?
Großfruchtige Berberitzen als natürliche Vitamin-C Spender

 

TN_ Die Gattung der Berberitzen ist vor allem als Lieferant zahlreicher bestachelter mehr oder weniger attraktiver Zier- oder Heckensträucher bekannt.

Erfreulicher Weise findet man in dieser Gattung auch einige interessante Arten, die nicht nur durch ihre spitzen Stacheln unangenehm auffallen, sondern auch im Obstgarten attraktive und gesunde Wildfrüchte liefern, die man auch verzehren kann.

In der Zuchtstation Berlin-Baumschulenweg wurden, von der mit der gemeinen Berberitze verwandten Art Berberis koreana, die Sorten `Rubin` und `Azisa` ausgelesen. Beide stehen seit einigen Jahren im Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. und bereichern das Sortiment der Wildobstarten.

Die Sorte `Azisa` wächst breit aufrecht und wird frei wachsend bis etwa 2 m hoch. `Rubin` bleibt im Wuchs etwas schlanker. Die gelben Blüten erscheinen im Mai. Die lachsroten Beeren hängen an bis zu 5 cm langen Trauben, reifen im Oktober und bleiben bis weit in den Winter am Strauch. Beide Arten lieben warme und sonnige Lagen. Sie gedeihen auch auf mageren Böden.

Was den Schnitt betrifft, so werden Triebe, die älter als 3 Jahre sind, bis auf den Boden zurückgesetzt. Weitere Kulturmaßnahmen sind eigentlich nicht notwendig. Schädlinge treten kaum auf.

Wenn der Spruch „sauer macht lustig“ auf eine Frucht zutrifft, dann sind es die Berberitzen.
Die sehr sauren Früchte kann man entweder frisch verzehren oder zu Konfitüre verarbeiten. Auch Mus und Sirup schmecken gut. Frische oder getrocknete Früchte kann man als würzige Note zu Reisgerichten verwenden. Dies wird z. B. oft in der iranischen Küche angewandt. Die roten Beeren sind sehr reich an Vitamin C. Sie enthalten bis zu 11% (!) Säure. Berberitzen waren vor allem früher, als Zitronen noch schwer zu bekommen waren, sehr begehrt.

Heute schätzt man sie vor allem als Früchte tragende Ziersträucher. Ihr leuchtend rotes Laub ist in der schräg stehenden Wintersonne ein echtes Spektakel.

Selten im Sortiment der Obstbaumschulen zu finden, aber dennoch interesssant ist eine Kreuzung aus Mahonien und Berberitzen. Diese fruchtende Kreuzung ist unter Mahonia berberis neubertii bekannt und bringt leckere Wildfrüchte hervor.

Fotos: Thomas Neder


(TN) Auch jetzt im grauen November leuchten die Früchte und die verbliebenen Blätter der großfruchtigen Berberitzen um die Wette.
Die Früchte sind sehr Vitamin C haltig und sind eine willkommene Bereicherung des Wildobstsortiments.