Die Mispel – Ein fast vergessenes Wildobst

(TN) Mispeln kamen vor etwa 2000 Jahren über die Alpen zu uns und wurden schon lange in der Volksheilkunde verwendet. Als natürliches Verbreitungsgebiet zählen Westasien, der Kauskasus, die Ukraine und Italien.

Der Strauch ist selbstfruchtbar und gilt dank seiner schalenförmigen weißen Blüten als gute Bienenweide. Auch als kleiner Hausbaum oder Großstrauch mit auffallend schönem Blütenflor und lange bis in den Winter anhaltendem Fruchtschmuck ist er interessant. Im Alter kann er eine Höhe von ca. 4-5 Metern erreichen. Dank der späten Blüte wird er wie die Quitte meist von Spätfrösten verschont. Passt der Standort, kann die Mispel auch über 100 Jahre alt werden.
Bevorzugt wird ein eher trockener kalkhaltiger Standort. Jungpflanzen sind etwas frostgefährdet. Ungeschnitten entwickelt sich die Mispel zu einem baumartigen Strauch mit sperrigem langsamem Wuchs. Leichte Korrekturschnitte können sinnvoll sein.
Ähnlich wie beim Speierling werden die Früchte als Zusatz zum Apfelwein verwendet. Durch ihren hohen Pektingehalt verleihen sie Marmeladen eine ausgeprägtere Gelierkraft. Sie können auch in eine Zucker-Essiglösung eingelegt werden. Roh schmecken sie vor allem nach den ersten Frösten, wenn der hohe Gerbstoffgehalt der Frucht etwas abgebaut wurde.

Die Mispel ist eine der letzten Früchte die im herbstlichen Obstgarten noch ausreift. Mispeln lassen sich leicht durch Samen vermehren. Diese bleiben über ein Jahr lang keimfähig. In der Regel werden großfruchtige Sorten veredelt. Als Veredlungsunterlage dienen z. B. Weißdorn, Eberesche und Quitte. Auch Steckhölzer und Wurzelschnittlinge sind möglich.

Eine besonders großfruchtige und gut schmeckende Sorte ist z. B. die `Holländische Riesenmispel`. Daneben werden großfruchtige Sorten wie `Nottingham`, `Macrocarpa`, `Westerwald` und `Bredase Reus` geschätzt und vielerorts kultiviert.

Foto: Thomas Neder

Mispeln sind ein fast vergessenes Wildobst. Der Strauch ist selbstfruchtbar und gilt dank seiner schalenförmigen weißen Blüten als gute Bienenweide.