Die Apfelbeere – urgesund und als Hochstämmchen besonders dekorativ

(TN) Die blauschwarzen Beeren der robusten Apfelbeere sind urgesund und werden als Vitalmacher hoch geschätzt. Auch die pflegeleichte Pflanze an sich hat weit mehr gestalterisches Potential, als nur als profaner Strauch dicht über dem Boden zu wachsen. Gibt man ihr die Möglichkeit, als selbst veredeltes Stämmchen ihr Köpfchen in die Höhe zu strecken macht sie schnell auf sich aufmerksam. Nach der weißen Doldenblüten, folgen die schwarz-roten Beeren und Spätsommer und die leuchtende Herbstfärbung, die etwas an das braunrot der Felsenbirnen erinnert.

In Russland weitverbreitet
In Russland ist der Anbau der sehr frostharten Apfelbeere (Aronia melanocarpa) weit verbreitet. Die Züchtungsarbeit geht auf J. W. Mitschurin zurück, aus der die heute weit verbreitete Sorte `Nero` entstanden sein soll. Die Fruchtreife beginnt ab etwa Mitte August bis Mitte September.

Anspruchslos und hart im Nehmen
Der Strauch ist völlig anspruchslos und kann auch in Höhenlagen und auf weniger optimalen Standorten angebaut werden. Die cremeweißen Doldenblüten erscheinen Ende Mai und riechen etwas unangenehm. Die Pflanze ist selbstfruchtbar. Zur besseren Befruchtung sind mehrere Sorten empfehlenswert.

Vielfältige Verwertungsmöglichkeit
Die Früchte sind etwa erbsengroß, in der Reife schwarzblau und leicht wachsartig bereift. Der Saft färbt stark dunkelrot und wird in der Lebensmittelindustrie und für Obstkonserven eingesetzt. Im Hausgarten können die Früchte z. B. zur Gelee-, Marmeladenherstellung (auch in Mischung mit anderen Früchten - wie z. B. Holunder) oder zur Saftherstellung verwendet werden. Eine fein schmeckende Saftmischung lässt sich aus Apfelbeeren, Holunder, Kornelkirschen und süßen Birnen im Dampfentsafter herstellen.

Auch kandierte oder in Alkohol, bzw. Weinessig eingelegte Früchte schmecken gut. Eine Verwendung als Dörrobst ist ebenfalls möglich. Die Indianer Nordamerikas verkneteten die getrockneten Früchte mit Dörrfleisch und Fett zu Pemmikan, einer haltbaren Kraftnahrung für den Winter. Auch zum Tiefgefrieren sind die Früchte gut geeignet. Sie verändern nach dem Auftauen Gestalt und Verfärbung kaum. Leider sind auch die Vögel mittlerweile auf den Geschmack gekommen und naschen gerne von den Früchten.

Sorten
Im Handel sind eine Reihe guter Sorten, wie `Nero`, `Viking`, `Rubina` oder `Hugin` erhältlich.

Als Volksmedizin geschätzt
Im Osten Europas wird die Aronia schon lange in der Volksmedizin hoch geschätzt. Neue Untersuchungen ergaben, dass die Beeren einen extrem hohen Gehalt an Anthocyane und Flavonoide besitzen. Die Frucht hat zudem einen hohen Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen hier ragt neben Vitamin A, C, B2, B9, E, K1 auch das Vitamin P (B3) hervor.

Positiv soll sich die Aronia z. B. bei Arterienverkalkung, Bluthochdruck und bei Störungen des Nervensystems auswirken. Den Inhaltsstoffen der Aronia wird nachgesagt, die Abwehrkräfte des Körpers gegen Bakterien und Viren zu stärken und sich insgesamt positiv auf den Stoffwechsel auszuwirken. Auch in der Krebsvorsorge wird die Frucht intensiv diskutiert. Frischer Aroniasaft wird auch seit einiger Zeit in Reformhäusern und Naturkostläden angeboten.

Problemlose Straucherziehung
Der Strauch wächst im Laufe der Zeit in die Breite. Liegen die Triebe auf dem Boden auf, bilden sie schnell Wurzeln. Diese bewurzelten Triebe können im Frühjahr oder Herbst abgetrennt, etwas zurückgeschnitten und als Jungpflanze aufgeschult werden. Als Pflege genügen ein gelegentliches bodennahes Herausschneiden alter Triebe und ein Entfernen bewurzelter Bodentriebe, wenn diese zu stark in die Breite wachsen.

Dekorative Stämmchen selbst veredeln
Wer des Veredelns mächtig ist, kann die Apfelbeere auch als dekorative Stämmchen kultivieren, indem er Reiser auf eine Eberesche veredelt. In den Baumschulen sind diese Formen bisher nur sporadisch erhältlich. Veredelt werden kann z.B. auf die normale Eberesche (Sorbus aucuparia) oder auch auf die Mehlbeere (Sorbus aria). Hier sind sowohl Fuß-, Halb- als auch Hochstämmchen möglich.

Veredelte Hochstämmchen stehen im Obstlehrgarten des Kreisverbandes.

 
Eine fein schmeckende Saftmischung lässt sich aus Apfelbeeren, Holunder, Kornelkirschen und süßen Birnen im Dampfentsafter herstellen.
Die Früchte der Aronie schmecken etwas bitter, haben jedoch ihre heimlichen Verehrer, die sie gerne frisch vom Strauch naschen.