Fünf Geschmacksrichtungen in einer Frucht

(TN) So mancher Gartenfreund, der das Kraut der 5 Geschmacksrichtungen probiert, bezeichnet es spontan als Pfefferkraut. Im Gegensatz zur offiziellen bot. Bezeichnung Schisandra chinensis oder Vitalbeere bzw. Spaltkörbchen, trifft Pfefferkraut wohl eher die exotische Geschmacksrichtung der leuchtend roten Früchte, die in dekorativen kleinen Trauben an der Kletterpflanze hängen. In der Tat schmecken die roten etwa pfefferkorngroßen Früchte sowohl scharf, süß, sauer, salzig und bitter. Die scharfe Geschmacksnote überwiegt etwas. Das „Aromenpaket“ insgesamt verblüfft, da man es in dieser Kombination von keiner Frucht kennt.

Das Spaltkörbchen ist ein hochwachsendes, rechtswindendes Schlinggehölz. Es stammt aus Asien (Korea, Japan, Nordchina). In China ist es seit mehr als 2000 Jahren ein geschätztes Beerenobst, das auch in der Volksmedizin erfolgreich eingesetzt wird.

Ähnlich wie die Brombeere eignet sich als Standort für das Spaltkörbchen ein halbschattiger Platz an der Pergola, am Klettegerüst oder am Wandspalier. Spätfrost und Extremlagen sollten vermieden werden. Am Ostlehrgarten des Kreisverbandes wurde die Erfahrung gemacht, dass lichtschattige, bodenfeuchte Plätze deutlich besser sind, als vollsonnige Standorte. In der vollen Sonne kann es zu Blattverbrennungen kommen.

Eine strenge Erziehung ist nicht unbedingt notwendig. Die Kletterpflanze kann im Prinzip ihren natürlichen Habitus beibehalten.

Die Vitalbeere wirkt als dekorative Kletterpflanze, sorgt aber auch als würziger und gesunder Exot im Garten für frischen Wind im bekannten Fruchtsortiment.

Etwas Experimentierfreude braucht man bei der Verwertung der Beeren. Man kann die reifen Früchte zu Marmelade, Gelees, Saft oder Sirup verarbeiten. Auch zu Reisgerichten oder asiatischen Kochrezepten kann man sie geschickt als besondere Note einsetzen. Aus den Blättern wird in der chinesischen Heilkunde vor allem Tee zubereitet.

Die Wildform ist zweihäusig. Wie bei den Kiwis gibt es hier weibliche und männliche Pflanzen. Die im Fachhandel verbreitete Sorte `Vitalbeere` ist einhäusig. Nachteilig ist die üppige Ausläuferbildung, die man etwas im Auge behalten sollte.

Foto: Thomas Neder
Die Vitalbeere wirkt mit ihren roten Beeren als dekorative Kletterpflanze, sorgt aber auch als würziger und gesunder Exot im Garten für frischen Wind im bekannten Fruchtsortiment.
 

Das Spaltkörbchen fühlt sich im lichten Halbschatten besonders wohl. Nach der weißen unscheinbaren Blüte leuchten im Herbst die pfefferkorngroßen roten Früchte.