Empfehlenswerte Primelschönheiten für den Hausgarten
 

(TN) Primel erinnern an die Gärten der Großeltern und die ersten selbst gepflückten Blumensträuße der Kindheit. Oft verzaubern sie mit vertrautem Charme des Biedermeier. Weist man ihnen den richtigen Platz im Garten zu, kann man viele Arten erfolgreich kultivieren und sich lange an ihnen erfreuen. Jetzt im Frühling haben die meisten von ihnen ihren großen Auftritt.

Teppichprimel – Rasenhafte Schönheit
Die Heimat der kleinen, aber sehr ansprechenden Teppichprimel (Primula juliae) ist Transkaukasien und Georgien, wo sie auf feuchten steinigen Rasenflächen wächst. Sie wurde erst im Jahr 1901 von Julia Mlokossiewice entdeckt und nach ihr benannt. Dank ihrer zahlreichen Vorzüge, eroberte sie schnell die Herzen vieler Gartenfreunde und das bei nur 5 cm Höhe. Auch wenn sie nur ein kleiner Zwerg ist, besitzt sie eine unglaubliche Blütenfülle. Im Garten will sie es halbschattig und eignet sich sehr gut für den Steingarten. Nach etwa 3-4 Jahren sollte man sie etwa im März aufnehmen, teilen und wieder verpflanzen. Die Langlebigkeit kann durch jährliches Humisieren (Auftrag einer etwas fingerdicken Schicht frischer Humuserde) erhöht werden.

Einen höheren Gartenwert als die Art besitzen die wüchsigen Kreuzungen mit Primula vulgaris. An neueren Kreuzungen ist manchmal auch Primula elatior beteiligt. Sie blühen von März bis manchmal in den Mai und werden als Primula-Juliae-Hybriden bezeichnet, werden aber oft auch als Primula pruhoniciana angeboten. Die Sorte `Amarantrot` blüht z. B. violett-rot, `Bergfrühling `violett-rot-rosa`.

Kugelprimeln – Bunte Blütenballone leuten das Frühjahr ein
Die Kugelprimel (Primula denticulata) ist eine fernöstliche Schönheit, die schon lange ein Klassiker in den Hausgärten geworden ist. Sie soll bereits 1842 bei uns eingeführt worden sein. Auf kräftigen Stängeln sitzend, macht sie bereits ab Ende März mit ihren bunten bis zu 30 cm Blütenständen in Form einer leuchtenden Kugel auf sich aufmerksam. Weiß strahlt die Sorte `Alba`, `Rubin` gefällt durch ein leuchtendes karminrot. Mittlerweile reicht die Farbskala von weiß, zartlila, karminrot, bis blauviolett. Da die Blüte sehr frühzeitig im Jahr erscheint, empfiehlt sich ein etwas frostgeschützter Standort.

Die Kugelprimel liebt einen luft- und bodenfeuchten Standort. Der Boden sollte nährstoffreich und humos sein. In rauen Lagen ist ein leichter Winterschutz aus Fichtenreisig sinnvoll. Auf eine dicke schützende Laubschicht sollte eher verzichtet werden, da es sonst leicht zu Fäulnis kommen kann.

Generell empfiehlt es sich, auch ohne züchterische Ambitionen, zum Erhalt der Vitalität, Kugelprimeln nach 3-4 Jahren hochzunehmen, zu teilen und neu aufzupflanzen.

Passende Nachbarn für die Kugelprimel sind z. B. Lungenkraut (Pulmonaria angustifolia), Gedenkemein (Omphalodes verna) oder das Kaukasus –Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla).

Kissenprimel – Klassiker aus Großmutters Garten
Die Kissenprimel (Primula vulgaris/syn. P. acaulis.) vermittelt einen Hauch von Nostalgie. Sie erweckt Erinnerungen an Großmutters Garten. Die Stängellose Primel, wie sie auch genannt wird, ist in West- und Südeuropa, sowie im südlichen Mitteleuropa beheimatet. Sie wächst horstartig und wird nur etwa 5 bis 10 cm hoch. Die duftlosen Blüten, die sich ab März/ April öffnen, sitzen einzeln auf kurzen behaarten Stielen. Die Stammart besitzt hellgelbe Blüten mit einer dunkleren Mitte. Neue Zuchtformen wirken mit Blütenblättern, die sich überdecken, auffälliger. Hier reicht die Farbpalette von weiß, gelb, rot bis blau. Schon im Mittelalter wurden gefüllte Formen vor allem in den Klostergärten kultiviert und gesammelt.

Die Kissenprimel liebt einen humosen, leicht feuchten Boden und ist für eine leichte organische Düngung dankbar.

Passende Nachbarn sind Blausterne (Scilla bifolia), Krokusse (Crocus sieberi) oder Anemonen (Anemone blanda). Auch Wildcylamen (Cyclamen hederifolium) oder Leberblümchen (Hepatica nobilis) bieten sich als passende Nachbarn an.

Fotos: Thomas Neder