Zwiebelpflanzen der Steppenheide
 

(TN) Staudenbeete mit trockenheitsverträglichen Pflanzen sind zurzeit `en vogue`. Neben den strukturbildenden Stauden und Gräsern warten eine ganze Reihe von Zwiebel- und Knollenpflanzen der Steppenheide darauf, das Pflanzensortiment saisonal aufzuwerten und für zusätzliche Farbklekse zu sorgen. „Normale Staudenbeete“ können mit diesen reizvollen Zwiebelpflanzen bestückt werden, wenn der Boden gut durchlässig ist, und keine Staunässe auftritt. Dies ist besonders in den nässereichen Wintermonaten wichtig, sonst faulen die Zwiebeln und Knollen. Normale Gartenböden können auch mit Sand oder Kies ab¬ge¬magert werden.

Zwiebelpflanzen der Steppenheide stammen aus steinigen und sandigen Trocken- und Steppengebieten. Gegen längere Trockenperioden sind sie gut gewappnet. Passende Partner dieses erlesenen Zwiebelpflanzensortiments sind z. B. Katzen¬minzen (Nepeta), Salbeiarten (Salvia), Palmlilien (Yucca), Lein (Linum) oder Lavendel (Lavandula).

Nachfolgend eine kleine Auswahl bewährter „Frühlingsklassiker“.

Die blaue Zwergiris (Iris reticulata) wird kaum 20 cm hoch. Erst wenn man die Nase bis weit auf den Boden senkt, wird man erstaunt feststellen, dass die kleinen leuchtend blauen Blüten sehr angenehm duften. Die Blätter sind grasartig und fallen kaum auf. Ihr Name kommt von der netzar¬tigen Haut, mit der die Zwiebel umgeben ist. Weitere Arten im Handel sind Iris histrioides und Iris danfordiae.

Die Tulipa tarda stammt aus Zentralasien. Sie zählt zu den echten botanischen Arten, blüht von April bis Mai, wird ca. 10 cm hoch und eignet sich hervorragend zum Verwildern. Die Blüten sind zwar klein, leuchten aber auffallend gelb mit weißen Spitzen. Passt der Standort, werden die Blütenhorste schnell größer. Halbschattige Standorte werden noch toleriert. Im Schatten treibt sie dann im Frühling reichlich Blätter, blüht jedoch kaum.

Ebenfalls aus Zentralasien stammt Tulipa turkestania. Am ca. 25 cm langen Stiel befinden sich bis zu 12 sternförmige Blüten. Sie öffnet sehr früh ihre cremefarbenen Blüten (Februar bis März) und passt gut zur blauen Zwergiris.

Während die meisten Wildtulpen sehr zarte Pflanzen sind, die sich dezent im Hintergrund halten, bieten die Botanischen Tulpen deutlichere Farbakzente. Zu den Botanischen Tulpen zählt man die Abkömmlinge von Tulipa kaufmanniana, fosteriana, greigii und praestans. Eine von vielen Sorten ist z. B. die Züchtung `Fusilier`.

Nach dem Verblühen der Tulpen feiern verschiedene Laucharten ihren pompösen Auftritt.

Der aus Turkestan stammende Blauzungenlauch (Allium karataviense) blüht von Mai bis Juni. Er entwickelt meist nur zwei ellipsenförmige Blätter mit gräulicher Farbe. Der Durchmesser des stattlichen Blütenstandes beträgt allerdings stolze 10 bis 12 cm.

Auch nach der Blüte ist der Blauzungenlauch dank seiner dekorativen Blütenstände ein exzellenter Strukturgeber auf der Rabatte.

Etwas dezenter als der Riesenlauch wirkt der Iranlauch (Allium aflatuense). Er wird etwa 75 bis 100 cm hoch und blüht bereits im Mai-Juni

Auch kleinere Zierlaucharten sind duftige Ergänzungen zum bestehenden Sortiment. Zum Verwildern sehr gut geeignet ist der Goldlauch (Allium moly). Er gedeiht in jedem gutem Gartenboden, der im Frühjahr ausreichend feucht und im Sommer trocken ist. Der Rosenlauch (Allium oreophilum) wird ebenfalls nur 15 bis 20 cm hoch und blüht rosa-rot im Mai-Juni.

Fotos: Thomas Neder