Nützlinge gezielt einsetzen
 

(TN) Zum kleinen 1x1 der biologischen Schädlingsbekämpfung gehört der Einsatz von Nützlingen. Professionelle Anbauer greifen schon seit vielen Jahren auf diese Methode des biologischen Pflanzenschutzes zurück. Auch im Hausgarten und in Wohnräumen kann der Hobbygärtner die natürlichen Gegenspieler von Blattlaus, Spinnmilbe, Thrips, Weiße Fliege und Co erfolgreich einsetzen.

Gewächshäuser, Fensterbänke und Wintergärten sind künstliche Kulturräume, die abgeschottet von der Umwelt kaum eine Zuwanderung von Nützlingen ermöglichen. Man muss die kleinen Helfer daher gezielt und vor allem rechtzeitig einsetzen.

Die Ausbringung von Nützlingen bietet eine Reihe von Vorteilen. Nützlinge lassen sich schnell und einfach anwenden ohne den Anwender und die Umwelt zu gefährden. Auf den Pflanzen bleiben zudem keinerlei Rückstände.

Will man Spinnmilben an z.B. Zimmerrosen, oder Gurken und Tomaten im Gewächshaus bekämpfen, kann man auf Raubmilben zurückgreifen. Die Nützlinge sollte man allerdings sofort nach Auftreten der ersten Schadsymptome einsetzen. (Eine kleine Lupe hilft bei der Diagnose)
Spinnmilben können trotz ihrer geringen Größe von 0,5 bis 0,7 mm erhebliche Schädling anrichten. Sie sitzen anfangs vor allem auf der Blattunterseite und verursachen kleine punktartige Sprengelungen, die durch das Saugen entstehen. Die kleinen Milben sind gelblich gefärbt und tragen zwei dunkle Flecken am Rücken. Im Winter färben sie sich manchmal rot. Daher der Name. Werden Pflanzen von der Spinnmilbe befallen, hüllen sich im Endstadium die Triebspitzen der Pflanzen in einen weißen Schleier feinster Fäden. In diesem Stadium kann dann allerdings auch eine gefräßige Armee ausgesetzter Raubmilben nichts mehr ausrichten. Geliefert werden ja nach Nützlingsfirmen Einheiten in Mengen von 200 -1000 Tieren. Diese sollte man sofort nach dem Eintreffen, in kleinen Einheiten verteilt, auf den befallenen Pflanzen ausbringen.

Der natürliche Gegenspieler der Spinnmilbe ist die sehr mobile Raubmilbe. Der etwa 0,5 bis 1,0 mm große natürliche Helfer vertilgt pro Tag etwa 5 erwachsene Spinnmilben oder saugt ca. 20 Eier aus. Durch die hohe Vermehrungsrate können sich in kurzer Zeit schnell große Bestände aufbauen. An den Pflanzen selbst verursacht die Raubmilbe keinerlei Schäden.

Alternativ zur Raubmilbe kann man in Kulturräumen mit einer sehr geringen Luftfeuchte auch sog. ACA Raubmilben einsetzten. Diese bekämpfen auch lästige Milben und Weichhautmilben.

Bezugsquelle: www. nuetzlinge.de


Fotos: Thomas Neder