Der Weihnachtskaktus – ein echter Klassiker der Fensterbank

 

(TN) Wenn die bunten Farben des Sommers und Herbstes im Garten verschwunden sind, sich die Strukturen der Blütenstände langsam auflösen und nur noch fahles Braun und Grau im Freien dominieren, lebt die Fensterbank zu Hause mit leuchtenden Blütenpflanzen wieder richtig auf.
 
Anspruchslos und langlebig

Es muss nicht immer eine kostbare botanische Rarität sein, um sich die bunten leuchtenden Farben nach Hause zu holen und sich daran zu erfreuen. Ein echter Klassiker und ein dankbarer dazu ist der Weihnachtskaktus. Mit nur ein wenig Aufmerksamkeit und dem richtigen Standort ist er mehr als nur ein kurzlebiger Farbkleks. Er hat durchaus das Potential für einen langjährigen Weggefährten, wenn man die weniger spektakuläre blütenlose Zeit generös in Kauf nimmt.

Der Weihnachtskaktus zählt zu den sog. Blattgliederkakteen. Früher trug er den botanischen Namen Schlumbergera oder Zygocactus. Mittlerweile wird er als Schlumbergera gelistet. Die Vorfahren der Zuchtformen kommen aus  Brasilien, wo sie in Höhenlagen von 900 bis 2800 m vorkommen. Man findet sie dort im Boden oder epiphytisch auf Bäumen wachsend.

Mehrere Blüten im Jahr möglich

Die Blüten entstehen nur an ausgereiften Blattgliedern. Je nach Sorte und dem am Standort vorherrschendem Licht und der Temperatur kann der  Weihnachtskaktus mehrmals im Jahr blühen. Es kann also durchaus sein, dass aus der Weihnachtsblüte auch eine leuchtende „Ostererscheinung“ wird. Die Blütenbildung hängt von der Temperatur, dem Licht, aber auch von der jeweiligen Sorte ab.

Ein echt „cooler“ Typ

Stehen sie im Herbst und Winter in nur mäßig warmen Räumen um 15 Grad, kommen sie zuverlässig zur Blüte. Der Blütenansatz wird verbessert, indem man sie etwa 6 Wochen relativ trocken hält. Von der Knospenentwicklung bis zur Blüte vergehen in der Regel ca. 2-3 Monate.

Um das Ausreifen der Blattglieder zu fördern, und einen guten Knospenansatz zu erzielen, kann man die Pflanzen von Juni bis September auch an einen geschützten lichtschattigen Standort im Freiland stellen. Nach dem Einräumen und mit den sich entwickelnden Blütenknospen darf man wieder mehr gießen. Die Pflanze sollte dann auch ihre Richtung beibehalten und nicht ständig gedreht werden, sonst reagiert sie launisch mit dem Abwerfen von Knospen. Nach der Blüte hält man sie trockener. Ideal zum Gießen ist zimmerwarmes und kalkfreies Wasser. Auch ein gelegentliches Übersprühen mit enthärtetem Wasser wirkt sich positiv aus.

Die Palette der Blütenfarben reicht vom klassischen Rot, kräftigen Pink und Weiß bis neuerdings zum dezenten Gelb.

Warmer Fuß ohne direkte Sonne

In der Wohnung will es der Weihnachtskaktus hell. Gegen warme Füße, die er z. B. an einem Standort auf einem Fensterbrett über der Heizung erhält, hat er nichts einzuwenden. Direkte Sonneneinstrahlung mag er aber nicht. Färben sich die Blattglieder rot, kann dies ein Zeichen für zu viel Sonne sein.

Vorsichtig gießen

Das lockere Erdsubstrat, dem man beim Umtopfen (alle 1-2 Jahre) auch etwas Sand oder z. B. Seramis beimischen kann, sollte einerseits nicht völlig austrocknen, andererseits aber auch nicht zu nass werden. Stauende Nässe führt schnell zu Wurzelfäule.

Fotos: Thomas Neder