Kleine Blütenjuwelen für den Frühlingsgarten - Dankbare Wildalpenveilchen für den Garten
 

Tn_ Wer keine geeigneten kühlen Räume für die Kultur von Zimmeralpenveilchen hat, oder mehr auf den grazilen Charme und den dezenten Duft von Wildarten steht, kann sein Glück mit Wildalpenveilchen für den Garten probieren. Staudengärtnereien oder der Blumenzwiebelhandel bieten einige winterharte Arten an. Als Edelsteine unter den Zwiebel- und Knollenpflanzen verleihen sie, geschickt platziert, mit ihren kleinen grazilen Blüten dem Garten eine besondere Note. Gefällt ihnen der Standort im lichten Schatten von Laubgehölzen oder im Steingarten, sähen sie sich auch selbst aus. Hierzu rollen sich die Blütenstände nach dem Abfallen der Kronblätter spiralig ein und drücken die Fruchtkapseln in die Erde. Um sich ungestört entfalten zu können, sollte man sie vor allzu ausbreitungsfreudigen Nachbarn schützen.

Freilandalpenveilchen können die kalten Winter nur überleben, wenn ihre Knollen unter einer geschützten Frostdecke liegen. Im Gegensatz zu den Zimmeralpenveilchen kommen die Knollen bei robusten Arten ca. 2 – 5cm unter die Erde.

Warme Decke schützt vor Winterkälte
Eine schützende Decke aus Fichtenreisig oder eine dünne Laubdecke hilft dabei, strenge Winter zu überleben. Etwa 17 Arten sind im südlichen Mitteleuropa und dem Mittelmeergebiet beheimatet. Winterhart in unserem Klima sind allerdings nur einige. Hierzu gehört z. B. das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens). Unter einer dünnen schützenden Decke überdauert zudem das Vorfrühlings Alpenveilchen (Cylamen coum ssp. coum) oder das Efeublättrige Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium).

Mit einem warmen, gut durchlüfteten und kalkhaltigen Boden kommen die Wildarten am besten klar. Nasse Füße und schwere, kalte Böden sind für Wildalpenveilchen ungeeignet. Im Herbst sorgt der Auftrag einer fingerstarken Schicht aus reifem Kompost für einen langsam fließenden Nährstoffnachschub in der Wachstumsphase. Alternativ ist liegen gelassenes Laub nicht nur ein sehr guter Frostschutz, sondern liefert auch Nährstoffe langsam nach, so dass Düngen fast überflüssig wird. Manche Arten, wie z.B. das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) sprechen auf leichte Gaben von Knochenmehl gut an. Hier kann man selbst etwas experimentieren.

Der Rat eines Altmeisters der Staudenzüchtung
Karl Förster, der große Staudenzüchter und Gartenphilosoph hat für „unwillige“ Exemplare folgenden Ratschlag: „Von den winterharten Alpenveilchen wollen mitunter die Erdscheiben nicht austreiben. Das liegt zumeist daran, dass einige wichtige Pflanzvorschriften nicht beachtet wurden werden. Setze Cyclamen Knollen an absonnige aber warme, gleichmäßig frischfeuchte Stellen. Mürber Lehmzusatz wird dankbar angenommen, leichte Kiesgaben in die Erde rund um die Knolle reizen meist zu schneller Neubewurzelung, und wenn diese erfolgt ist, kommt bestimmt auch der Austrieb und das Blühen. Einmal in Gang gesetzt, versagen Cyclamen nie mehr“

Blütengruß schon nach der Schneeschmelze
Den Auftakt im Gartenjahr macht das Frühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum spp. coum). Bei der Pflanzung deckt man es etwa 3-5 cm mit Erde ab. Je nach Witterung schickt es bereits ab Februar/März einen ersten Blütengruß aus dem Laubmulm von Gehölzen. Es blüht zusammen mit Schneeglöckchen, Wildkrokussen oder Winterlingen. Verglichen mit seinen großen Verwandten auf dem Zimmerfenster ist es ein kleiner Zwerg. Gerade mal 5 cm wird das Frühlingsalpenveilchen hoch. Die Blütenfarbe schwankt zwischen karminrot, rosa und weiß. Wer es ganz weiß haben möchte, kann auf die Sorte `Album` zurückgreifen. Das Vorfrühlingsalpenveilchen liebt, um es auf den Punkt zu bringen, kühlfeuchte Winter und trockenwarme Sommer. In der warmen Jahreszeit sterben auch bei ihm die Blätter ab und die Knolle ruht.

Wer auf die charmante Wildblüte noch eine dezente Veilchen-Duftnote setzen möchte, kann es mit dem in der Türkei beheimateten Cyclamen pseudoibericum versuchen. Es blüht von April bis Mai und ist etwas für wintermilde Lagen. Ansonsten braucht es einen stärkeren Schutz als die vorgenannten Arten und ist nur bedingt winterhart.

Fotos: Thomas Neder