Der Würger unter den Kletterpflanzen
 

(TN) Stark wachsende Kletterpflanzen wie Knöterich, Trompetenblume, Efeu und Co sind hinreichend bekannt. Man findet sie in sehr vielen Gärten. Ein seltenes Exemplar unter den kräftig wuchernden Kletterpflanzen ist der Baumwürger (Celastrus orbiculatus). Die wenig bekannte Kletterpflanze stammt ursprünglich aus Ostasien. Über Samen kam sie um 1870 nach Europa und fand erstmals im berühmten Londoner Kew Garden ein neues zu Hause.

Am richten Standort eingesetzt, wo der Baumwürger sich frei entfalten kann ohne große Schäden zu verursachen, ist er dennoch eine interessante Bereicherung des Kletterpflanzensortiment.

Der Baumwürger hat seinen Namen nicht umsonst. Seine stark wachsenden, kräftig schlingenden und zupackenden Triebe klettern am passenden Standort spielend leicht bis zu 10 m in die Höhe. Die kräftigen Kletterarme sind auch in der Lage, dünne Rohre einzuschnüren oder schwächere Pflanzen zu überwuchern.

Besonders die goldgelbe Laubfärbung im Herbst und die leuchtenden Früchte, machen ihn trotz seiner Wuchskraft interessant. Die kleinen unscheinbaren grünen Blüten im Juni fallen kaum auf. Geeignete Standorte sind z. B. Pergolen, hohe stabile Rankgerüste an größeren Hausfassaden oder auch Sichtschutzwände, die man schnell und intensiv beranken möchte. Hier passt er gut in den räumlichen Kontext. Auch alte Stämme oder ganze abgestorbene Bäume lassen sich sehr gut damit eingrünen.

Es gibt sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen. Will man die Früchte genießen, braucht man wie bei Kiwis beide Geschlechter. Es gibt auch zwittrige Formen, bei auch alleine Fruchten.

Aus Amerika stammt die ähnliche Art `Celastrus scandens`. Sie bildet Ausläufer, was man bei der Verwendung und Pflege bedenken sollte.

Beide Arten sind sehr frosthart und relativ anspruchslos. Sie gedeihen in der Sonne wie auch im lichten Schatten. Der Boden sollte nicht allzu trocken sein. Ein gezielter Schnitt kann beide Arten „in Schach“ halten. Die Vermehrung aus Samen oder Sommerstecklingen gelingt leicht. Samen sät man am besten gleich nach der Ernte in eine nährstoffarme sandig lockere Erde.

Fotos: Thomas Neder