Der Pracht-Alant – Begehrte „Nektartankstelle“ für Insekten
 

(TN) Unter der Solitärstauden zählt der Pracht Alant (Inula magnifica) sicherlich zu den Imposantesten seiner Art.  Seine Heimat liegt im Kaukasus und den umliegenden östlichen Gebirgen.
Ist der Standort sonnig und der Boden frisch und nährstoffreich, erreicht der Pracht Alant locker mal 200 bis 250 cm. Mindestens genauso imposant wie seine stattliche Erscheinung sind die leuchtend gelben Korbblüten. Sie können bis zu 10 cm (!) breit werden. Selbst die Grundblätter erreichen eine stolze Länge von fast einem Meter.

Insekten lieben die gelben Zungenblüten. Dank der flach liegenden und leicht zugänglichen Nektarien tummeln sich Pfauenauge, Zitronenfalter, Weichkäfer, Schwebfliegen, Hummeln und Bienen `en masse` im Blütendach der weit ausladenden Staude und feiern unter dem Blütenschirm ein leckeres Sommerfest auf ihre Art und Weise. Etwas Platz braucht der Staudengigant aber  in der Tat. Voll entfaltet, werden schnell mal  1,5m2   Bodenfläche bedeckt. Für größere Pflanzflächen in Naturgärten, gerne auch mal in der Nähe von Wasser, ist der Pracht Alant aber eine echte ökologische Bereicherung. In Sachen Insektenattraktivität nimmt er es mit Salbei,  Lavendel, Lauch, und Alpendistel locker auf. Zum Beobachten von Insekten gibt es kaum eine bessere Staude.

Nach der Blüte verfärbt sich die Pflanze langsam ins Bräunliche, was vielleicht ein kleiner optischer Nachteil ist. Die Samen reifen bis zum Spätsommer aus und tauchen dann die Fruchtstände in ein flockenhaftes Weiß. Wer das Aussamen verhindern möchte, kann die Samenstände vor der Reife entfernen. Ein Rückschnitt der Staude im Herbst ist aber fast zu schade, da zahlreiche Insekten in den hohlen dicken Stängeln ein geschütztes  Überwinterungsquartier finden.

Die gezielte Aussaat aus keimwilligen Samen gelingt leicht. Ein Teilen des kräftigen Rhizoms verlangt etwas Muskelkraft und erfordert bei ausgewachsenen Pflanzen einen Spaten.
Ähnlich sieht die Hohe Telekie (Telekia speciosa) aus. Auch sie ist ein echter Insektenmagnet. Ihre ausgereiften Samenstände sind so attraktiv, dass sie auch gerne von Floristen verwendet werden.

Fotos: Thomas Neder