Boysenbeere – Eine wiederentdeckte Beerenobstart
 

TN_Rad der Sorten dreht sich nicht nur bei Äpfeln rasant schnell. Auch im Beerenobstsortiment tauchen immer wieder verlockende Neuheiten auf. Eine davon ist die Boysenbeere.

Bei der Boysenbeere handelt es sich aber im Grund nicht um eine neue Pflanze, sondern um eine Wiederentdeckung. Sie wurde bereits 1920 vom Kalifornischen Parkwächter Boysen gezüchtet. Der Pflanzenfreund kreierte die schmackhafte Frucht aus einer Kreuzung zwischen einer Brombeere und der Loganbeere. Letztere wiederum entstand aus einer Kreuzung zwischen Himbeere und einer Brombeere. Die Boysenbeere ist somit ein „Kind“ der Loganbeere, der Brombeere und der Himbeere. Ein interessante Mischung, die ihren Platz als Naschfrucht im Garten verdient.
Im Erwerbsobstanbau wird sie vor allem in Kalifornien und in Neuseeland angebaut.

Die Boysenbeere reift ab Anfang Juli zusammen mit den Sommerhimbeeren. Der Geschmack ist angenehm mild süß mit einer angenehm säuerlichen Abrundung.

Vom Wuchs her ähnelt sie einer mittelstark wachsenden Brombeere. Die Ruten hängen über und sind nur etwa halb so dick wie bei den Brombeeren. Die etwa 2-3 cm großen tiefroten bis schwarzen Früchte sind mit Brombeeren vergleichbar und erscheinen als Traube mit ca. 3 bis 5 Früchten. Die kleinen Steinchen der Sammelsteinfrüchte treten etwas deutlicher hervor, als bei Brombeeren.

Die abgetragenen Ruten können sofort nach der Ernte oder im Frühling bodennah zurückgeschnitten werden. Am Drahtspalier kann man sie fächerförmig wie Brombeeren ziehen.

Interessant ist eine komplett dornenlose Form, die Thornless Boysenberry genannt wird.
Achtgeben sollte man auf bedornte Ausschläge aus dem Wurzelstock. Diese sollte man, so sie erscheinen, regelmäßig entfernen.

Fotos: Thomas Neder