Lahm/Püls mit Goldmedaille ausgezeichnet
 

(TN) Lange hat man mit Spannung auf eine Nachricht der Bewertungskommission gewartet. Nun liegt das Ergebnis endlich auf dem Tisch. Es kann sich sehen lassen. Lahm/Pülsdorf ist eines der fünf Golddörfer im Bezirksentscheid des 25. Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“.

Was sich schon beim akribisch vorbereiteten Rundgang durch die beiden Orte hoffnungsvoll andeutete, ist nun Realität geworden. Die Bewertungskommission würdigt das langjährige Engagement der Bürger und zeichnet Lahm/Pülsdorf mit einer Goldmedaille für ihr langjähriges vorbildliches Engagement aus.

Landrat Michael Busch reagierte mit großer Freude und Anerkennung auf die Nachricht: „Ich gratuliere herzlich! Meiner Meinung nach haben die Bürgerinnen und Bürger von Lahm und Pülsdorf den Preis mehr als verdient. Die Auszeichnung zeigt zugleich eindrucksvoll, dass das Coburger Land äußerst lebens-, liebenswert und zukunftsfähig ist“

Obwohl eine ausführliche Würdigung der einzelnen Bewertungsbereiche noch in schriftlicher Form folgen wird, kann man bereits schon jetzt einige Aspekte in Lahm/Pülsdorf beleuchten, die besonderen Zuspruch gefunden haben:

„Die konsequente Nutzung einer interkommunalen Gebäudebörse für die Wiederbelebung sanierungsbedürftiger historischer Anwesen hat Jung- und Altbürger von Lahm und Pülsdorf zusammengeschweißt. Beispielhaft ist das kommunale Förder¬programm für Bauen im Bestand sowie die Entwicklung von zwei eng benachbarten Ortschaften zu einem Dorf“, so eine Kurznachricht des Gartenbauzentrums Nord.

Jury beeindruckt
Insgesamt war die Jury beeindruckt vom hohen Engagement der Dorfgemeinschaften, die sich sehr gut auf den Wettbewerb vorbereitet haben. In fünf Themenbereichen wurden die Ortschaften bewertet. Dabei wurde in allen Orten die wachsende Identität mit der Heimat, die in ein hochmotiviertes ehrenamtliches Engagement mündet, als sehr erfreulich gesehen. Viele beispielgebende Einzelprojekte sind in der letzten Wettbewerbsperiode entstanden, oft mit Blick über das eigene Dorf hinaus.

Die Dörfer in Oberfranken sind mitten im demografischen Wandel angekommen und stellen sich dieser Herausforderung. Die Gemeinden haben erkannt, dass aktive Innenentwicklung für lebendige und vitale Dörfer zukunftsweisend ist. Gerade die kleinen Dörfer nehmen aufgrund knapper Kommunalfinanzen ihre Entwicklung selbst in die Hand und tragen durch bürgerschaftliches Engagement zur Pflege und zum Erhalt ihrer Heimat bei!

Im sozialen und kulturellen Bereich ist eine Steigerung im Vergleich zu den letzten Wettbewerben festzustellen, so dass es für die Kommission immer schwieriger wird, überhaupt noch Unterschiede in den Bewertungspunkten zum Ausdruck zu bringen. Offenbar wird immer mehr Menschen in unseren Dörfern bewusst, dass zunächst Eigeninitiative und das persönliche Engagement in der Dorfgemeinschaft wesentliche Schlüssel zur Verbesserung der Lebensqualität in den Dörfern sind und nicht das laute Rufen nach Hilfe von außen. Erfreulich ist, dass die Dorfgemeinschaften den Wettbewerb als Chance sehen, ihren Ort vor allem durch nachhaltige Projekte voran zu bringen. Positiv bilanzieren kann man zudem, dass das Hauptaugenmerk nicht nur auf den Sieg beim Wettbewerb selbst gerichtet wird.

Das Bewusstsein für überlieferte Baukultur ist bei der Bevölkerung gestiegen. Insbesondere durch die Umnutzung und Sanierung von Gebäuden und Hofstellen werden heimatliche Werte erhalten und die Verbundenheit mit den Dörfern gestärkt. Der Entwicklungsschwerpunkt der Dörfer muss noch mehr auf die Ortskerne gelenkt werden. Gebäude-Leerstand ist mit gezielten Maßnahmen und Konzepten konsequent zu begegnen.

Grün ums Haus ist für Dorfbewohner ein Stück Lebensqualität. Die Gestaltung und Pflege der Freiflächen im öffentlichen Bereich wird häufig mit hohem Engagement von der Dorfgemeinschaft übernommen. Bei der Pflanzung von Laubbäumen, heimischen Sträuchern und Blumen wird großer Wert auf den Erhalt des dörflichen Charakters gelegt.

Die Einwohner der Dörfer begreifen sich immer mehr als Mitgestalter ihrer Landschaft mit dem Anspruch auf Nachhaltigkeit. Beispiele sind die zahlreichen neuen Streuobstbestände, die Fluren durchziehenden Grünachsen oder die für die jeweilige Landschaft typischen Biotope, die von den Bürgerinnen und Bürgern gepflegt und erhalten werden.

Mit den Bürgern aus Lahm/Pülsdorf dürfen sich über eine Goldmedaille auf Bezirksebene freuen:

Döringstadt, Markt Ebensfeld, Landkreis Lichtenfels
Neudrossenfeld, Gemeinde Neudrossenfeld, Landkreis Kulmbach
Schönbrunn, Stadt Wunsiedel, Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Steppach, Gemeinde Pommersfelden, Landkreis Bamberg