Spätblühener Flieder verlängert die Fliedersaison
 

TN_ „ Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ … ist nicht nur ein klangvoller Ohrwurm, sondern spiegelt auch die hohe Stellung des Flieders als Ziergehölz in den Hausgärten wider.

Der Flieder (Syringa vulgaris) wurde bereits im 16. Jahrhundert in den Gärten kultiviert und hoch geschätzt. Erst etwa Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten viele farbenbunte und wohlriechende Sorten auf. Einfache, halbgefüllte oder gefüllte Blüten in der Farbpalette von weiß, rosa bis violett und auch zweifarbige Hybriden machen die Auswahl schwer.

Leider ist die Pracht des Flieders nur von kurzer Dauer, denn Samenstände und Laub sind nicht sonderlich dekorativ.
Wer die Blütensaison des Flieders verlängern möchte, kann auf spätblühende Fliederarten zurückgreifen. Diese blühen auch jetzt Anfang Juni noch. Spätblühende Arten sind in den Gärten leider noch sehr wenig vertreten.

Zu den spät blühenden Arten zählen der Ungarische Flieder (Syringa josikaea) mit dunkelvioletten gedrungenen Blütenrispen, der Bogen Flieder (Syringa reflexa) mit rosakarminfarbenen hängenden Rispen und der Perlenflieder (Syringa swexiflega) mit rosafarbenen nickenden Blütenständen. Alle 3 Arten werden ca. 3-4 m hoch und brauchen daher einen ausreichend bemessenen Standort. Etwas früher, aber immer noch deutlich nach der Blüte des Gartenflieders kommt der Kanadische Flieder (Syringa prestoniae) zur Blüte. Auch er ist stark wachend.

Flieder ist sehr regenerationsfreudig und kann mit regelmäßigem gekonntem Schnitt auch rel. kompakt gehalten werden. Wer es lieber von Natur aus klein und handlich mag, ist mit dem Öfterblühenden Flieder (Syringa microphylla `Superba`) bestens bedient. Er wird nur ca. 1,5 m hoch und blüht neben der Hauptblüte im Mai im Herbst noch einmal nach. Der Duft ist eher herb.

Fotos: Thomas Neder

 
Auch im Juni kann man durch eine durchdachte Artenwahl die Blüte des Flieders genießen.