Leckerer Rhabarber
 

TN_ Dank der feuchten Witterung haben sich die Rhabarberstiele in diesem Jahr besonders gut und kräftig entwickelt. Die Ernte läuft in den Hausgärten auf Hochtouren.

Der Rhabarber (Rheum rhaponticum) ist eine uralte Kulturpflanze, besser gesagt Staude. Er stammt aus Ostasien und kam erst im 18 Jahrhundert nach Europa. Heute ist er aus den Gärten nicht mehr wegzudenken.

Die robuste Pflanze gedeiht am besten auf mittleren bis schweren Böden. Ein hoher Humusgehalt ist ideal, denn der Rhabarber hat großen Appetit auf Nährstoffe und Wasser. Bei ausreichender Ernährung und Wassergaben werden die besten Ergebnisse auf einem vollsonnigen Standort erzielt. Ca. 3 l Kompost pro Pflanze sichern den Bedarf an Phosphor und Kali. Zusätzlich kann man noch zeitig im Jahr ca. 100 g Hornspäne oder Hornmehl pro Pflanze geben.

Die Kultur kann bis ca. 10 Jahren auf dem gleichen Standort stehen bleiben. Dann wird es Zeit für einen revitalisierenden „Umzug“. Geteilt wird am besten im Herbst mit dem Spaten. Die frischen Rhizomteile sollten ca. 500 g auf die Waage bringen. Am besten sucht man sich zum Aufpflanzen einen frischen neuen Standort, um der Bodenmüdigkeit vorzubeugen. Als Platzbedarf rechnet man ca. 1 m2. Junge Pflanzen beerntet man am besten erst im zweiten Jahr. Die Stiele löst man durch eine leichte Drehbewegung vom Bodenrhizom. Die Ernte dauert in der Regel bis Johanni (24. Juni). Dann gönnt man der Pflanze bis zum Herbst eine Erholungspause. Späte Ernten sind auch wegen des allmählich steigenden Gehalts an Oxalsäure wenig sinnvoll. Rote Rhabarbersorten gelten als weniger sauer mit weniger Oxalsäure. Bekannte rotfleischige Sorten sind z. B. `Holsteiner Blut` oder `Frambozen Root`. Als sehr mild gilt z. B. die Sorte `Red Valentine`. Sie wird schon seit vielen Jahren erfolgreich im Obstlehrgarten angebaut.

Rhabarber, den man nicht auf einmal verwerten kann, kann man in Stücke geschnitten auch ohne Blanchieren problemlos einfrieren.

Wer auf die erste Rhabarberernte nicht allzu lange warten mag, kann mittels Vliesabdeckung oder einem aufgestülpten Tontopf mit Deckel die Kultur verfrühen. Die später erscheinenden Blütenstände bricht man am besten aus um die Pflanze nicht zu schwächen. Alternativ kann man den Rhabarber auch primär unter optischen Aspekten sehen und die ornamentale Blüte, die sehr viele Samen bildet, im Sinne einer Schmuckstaude belassen. Eine reine Blattschmuckstaude ist hingegen der aus China und Sibirien stammende Zierrhabarber (Rheum palmatum `Tanguticum`) Mit seinen imposanten Blütenständen erreicht er eine Höhe von ca. 150 cm.

Foto: Thomas Neder