Die Maibeere ein blauer Vitaminzwerg aus dem Hausgarten
 

(TN) Beerenobst aus dem eigenen Garten ist für jeden gesundheitsbewussten Gartenfreund eine dankbare Vitaminquelle, die bei geeigneter Sortenwahl vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst kostenlos sprudeln kann.

Neue Studien belegen eindrucksvoll den gesundheitlichen Wert frischen Beerenobstes. Ein hoher Vitamingehalt und ein unvergleichlicher Cocktail an sekundären Inhaltsstoffen rücken Beerenobst immer wieder in den Fokus von Nahrungsmitteln die für eine gesunde, Krebs vorbeugende Ernährung empfohlen werden. Hier sei z. B. der hohe gesundheitliche Wert von Ellagsäure, Anthocyanidinen und Proanthocyanidinen erwähnt – Inhaltsstoffen, die viele Beerenobstarten enthalten.

Eine Reihe von blauen Früchten, wie z .B. die Maibeere bringt nicht nur frischen Wind, sondern auch Gesundheit in die Hausgärten. Während Pfirsiche und Aprikosen momentan noch in „Lauerstellung“ liegen, steht die Maibeere im Obstlehrgarten des Kreisverbandes schon in voller Blüte.

Die Maibeere (Lonicera caerulea var. kamtschatica) liefert zusammen mit den frühen Erdbeeren das erste Beerenobst aus dem Hausgarten. Der exotische Fruchtzwerg wird auch als Blaue Honigbeere oder Sibirische Blaubeere bezeichnet.

Standort
Die Maibeere ist recht anspruchslos und kommt mit einem sonnigen bis halbschattigen Standort aus. Das Holz soll bis –4o°C (!), die Blüte bis –8°C frosthart sein.

Die Vegetationsperiode der Maibeere beginnt sehr früh. Bei milder Witterung beginnen die Knospen manchmal schon im Januar zu schwellen. Bereits im August/ September geht die Vegetationsperiode dem Ende entgegen. Dies ist nicht verwunderlich, da die Maibeere ursprünglich aus dem hohen Norden kommt und dort der Sommer sehr früh endet.

Erziehung
Zum Aufbau der ca. 1-1,5 m hohen Pflanze genügen 8-10 Triebe. Um die Fruchtgröße zu erhöhen, wird mancherorts versucht, den Strauch ähnlich wie bei den Johannisbeeren ein- oder dreitriebig zu erziehen. Auch die Vögel sind mittlerweile auf den Geschmack gekommen und freuen sich wie die Gartenfreunde auf die ersten schmackhaften Früchte. Eine rechtzeitige Netzabdeckung bereits vor der Reife beugt dem Vogelfraß vor.

Die Pflege ist recht einfach und orientiert sich am Auslichtungsschnitt der Johannisbeeren. Triebe, die älter als 3 Jahre sind, werden an der Basis sukzessive herausgenommen und durch neue ersetzt.

Sorten
An Sorten sind momentan z. B. `Amur`, `Maistar`, `Mailon`, `Fialka` und `Morena` im Angebot. Die Reifezeit fällt je nach Witterung und Region zusammen mit der Reife der ersten Erdbeeren.

Gesundheitlicher Wert
Die etwa 1 bis 1,5 cm großen Früchte sind sehr reich an Vitamin B und C und sekundären Inhaltsstoffen. Sie schmecken ähnlich gut wie Heidelbeeren. Da sie relativ geringe Ansprüche an den Standort stellen und etwas an den Geschmack von Heidelbeeren erinnern, werden sie gelegentlich auch als Ersatz für die Heidelbeere empfohlen, wenn der Standort der anspruchsvollen Heidelbeere nicht zusagt.

Fotos: Thomas Neder