Großgarnstädter Faible für Weiden
 

(TN) Ein Herz für Kopfweiden und „Formweiden“ am Ortsrand beweist der OGV Großgarnstadt und trägt hiermit wirkungsvoll zur Einbindung des Ortes in die umgebende Landschaft bei.

Auch wenn es ohne eine gewisse Grundpflege nicht geht und ab und zu ein Besuch beim „Weidenfriseur“ angesagt ist, nimmt man die Mühe auf sich und bringt die Weiden wieder in Form. So momentan beim Weidentunnel am Spielplatz nahe dem Schneybach. Schon Ende der 90-er Jahre angelegt, ist er nun schon etwas in die Jahre gekommen und wartet nun auf einen erneuten Formierungsschnitt. Die 1. Vorsitzende Christine Pötsch Lauer, der 2. Vorsitzende des Kreisverbandes Reiner Brückner und dessen Geschäftsführer Thomas Neder machten sich ein Bild vor Ort.

Die zahlreichen Kopfweiden entlang des Schneybachs wurden im Frühjahr 2011 gepflanzt. Seit dem wurde mehrfach nachgesetzt und in diesem Jahr auch der typische Kopfschnitt durchgeführt. Früher verlief der Schneybach entlang der Straße und war durchgängig mit Kopfweiden bestückt- ein damals unverkennbares Bild am Ortsrand. Die jungen Weidenruten wurden von den Korbflechtern regelmäßig „geerntet“ und kunstvoll vor allem in Heimarbeit weiter verarbeitet. Mit der Umlegung und Begradigung des Schneybachs im Rahmen der „Flurbereinigung“ verschwanden leider auch die Kopfweiden. Die Neuanpflanzung geht auf die Ursprünge der Ortsrandgestaltung zurück. Zur Pflege der Tradition wurde mehrfach mit den Öko-Kids auch Weiden-Flechtaktionen durchgeführt.

Neben optischen Gesichtspunkten haben Kopfweiden natürlich auch eine große ökologische Bedeutung. Kopfweiden bieten vielfältigen Lebensraum auf kleiner Fläche. Geschätzt werden sie von Höhlen bewohnenden Vögeln und Fledermäusen. Auch viele Käfer wie Rosenkäfer, Moschusbock und Weberbock suchen die Nähe der knorrigen Gesellen. Auch das „Knurpsen“ der Riesenlarven des Weidenbohrers kann man an alten Exemplaren manchmal hören. Schmetterlinge wie Trauermantel und Großer Schillerfalter sind ebenfalls häufig beobachtete Gäste und machen die Kopfweiden nicht nur zu optischen, sondern auch zu ökologischen Highlights im Coburger Land.

Termin Kreisverband:
Am Donnerstag, 10. April findet in der Zeit von 13:30 Uhr bis 15:30 Uhr die Reiserausgabe der vorbestellten Reiser am Reiserkeller in Ebersdorf statt. Nur von den Apfelreisern des Obstmuttergartens in Einberg können noch Reiser ohne Vorbestellung erworben werden.

Ab 17:30 Uhr findet am Obstlehrgarten anschließend ein Veredlungskurs statt. Kurz entschlossene können auch ohne Voranmeldung teilnehmen. Der Workshop ist kostenlos. Es gibt eine kleinere Menge an Unterlagen, die gegen einen kleinen Unkostenbeitrag erworben werden können.

Foto: Thomas Neder

TN_Einen neuen Formschnitt soll nach den Kopfweiden am Schneybach nun auch der Weidentunnel am Kinderspielplatz in Großgarnstadt erhalten.