Dekoratives Pfeifengras

 

(Tn) Wenn im feucht kalten November die letzten leuchtenden Blüten auf dem Staudenbeet verblasst sind, dominieren grazile Gräser und dekorative  Samenstände das Bild der Beete und Gehölzränder. Sie werten bis in den Spätwinter hinein Pflanzungen wohltuend und nachhaltig auf.

Wer Wert auf Struktur und Textur legt, wird schon bei der Pflanzung und Planung wirkungsvollen Solitärgräsern einen hohen Stellenwert beimessen. Auch wenn der Frühling in den letzten Jahren immer früher Einzug gehalten hat, ist die blütenarme Zeit bis zum Frühling doch länger als erwünscht.

Zu den dekorativsten Erscheinungen zählen die Zuchtformen des hohen Pfeiffengrases. Pfeifengräser kommen bei uns auch in der Natur vor. Lebensraum der heimischen Horstgräser sind eigentlich Moore, Heiden und lichte Waldränder auf humosen aber eher armen Böden. Züchterisch bearbeitet sind wunderbare Gartensorten entstanden. Hohe Pfeifengräser gedeihen bei ausreichender Feucht sowohl in der vollen Sonne, als auch im Halbschatten

Vor allem die hohen Sorten des Riesenpfeifengrases (Molinia arundinacea) leuchten jetzt im vernebelten November wohltuend goldbraun auf. Empfehlenswerte Züchtungen sind z. B. `Karl Förster`, `Transparent` oder `Windspiel`. Auf frisch feuchten Standorten erreichen die knotenlosen Stängel über einem kurzen Laubschopf leicht bis zu 180 cm Höhe. Sie können einzeln oder in kleinen Trupps verwendet werden. Da die  grazilen Halme gerne im Wind spielen, sollte man ihnen für ihre Wirkung einen gebührenden Standraum einplanen. Auch in der Vase liefern die langen Halme für selbst zusammen gestellte Sträuße wunderbare filigrane Elemente.

Wenn die Horste im Laufe der Jahre immer dichter werden, kann man sie im Frühjahr, bevor der Austrieb zu lange geworden ist, klassisch mit dem Spaten leicht und schnell in faustgroße Stücke teilen und neu aufpflanzen.

Wer ist nicht ganz so hoch mag, ist mit den Sorten von Molinia caerulea gut bedient. Sie werden in der Regel nur ca. 60 bis 100 cm hoch. Gute Sorten sind z. B. die schmale `Heidebraut`, die leicht überhängende `Edith Dudszus` oder  gelbgrün gesteifte `Variegata`.

Foto: Thomas Neder