Winterrettiche –   urgesundes Herbst und Wintergemüse

 

(TN) Herbstzeit – Erkältungszeit! Findige Gärtner wissen sich zu helfen. Sie kombinieren Gemüsegenuss mit Gesundheit.
Rettiche zählen zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Über das alte Ägypten und die Römer kam der Rettich im Mittelalter zu uns und wurde schon damals wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung hoch geschätzt.
Zu den urgesunden Herbst- und Wintergemüsearten  zählt der schwarze Winterrettich.  Er enthält  wie seine Rettich Verwandten und Radies viel Vitamin C, Folsäure und Kalium. Besonders das Allyl Senföl macht den Rettich so schmackhaft und verleiht ihm eine gesundheitsfördernde Wirkung. Rettiche und Radieschen gelten in der Naturküche besonders  wertvoll als Vorbeugung gegen Infektionen.
Außen richtig schwarz, aber  innen mit einem weißen Fruchtfleisch ausgestattet, ist die bewährte Sorte  `Runder, schwarzer Winter`. Sie ist wunderbar aromatisch und würzig im Geschmack. Bei kühler und nicht zu trockener Lagerung ist sie bis weit in den Winter hinein lagerbar. Ein altes Winterrettich Rezept besteht darin, den Rettich in der Mitte zu halbieren, das Fruchtfleisch etwas auszuhöhlen und dann etwas Honig oder Zucker dazuzugeben. Der Saft des Rettichs, der sich mit dem Honig/ Zucker  verbindet, kann dann ausgelöffelt und als vorbeugendes Mittel gegen Erkältungen zu sich genommen werden. Alternativ kann man auch ein kleines Loch in den Boden des halbierten Rettichs stechen und ein Glas darunter stellen. Tropfen für Tropfen sammelt sich die wertvolle Flüssigkeit dann im darunter gestellten Gefäß und kann dann einfach getrunken werden.
Zubereiten lässt sich z. B. auch ein Schwarzer Rettich – Blutorangen Salat. Zum grob geriebenen Rettich werden filetierte Orangenfilets und gehackte Walnüsse gegeben. Die Marinade besteht aus dem aufgefangenen Blutorangensaft, Zitronensaft, Öl, Salz und Pfeffer.
Anfang bis Mitte Juli ausgesät, ist der Winterrettich nach einer Kulturdauer von etwa 12 Wochen  im Oktober erntereif. Der Standraum sollte mit 25x20 cm ausreichend bemessen sein. Wichtig ist das Vereinzeln bei Saaten, die zu dicht aufgehen. Bei frostfreien Wetter kann der erntereife Winterrettich  noch bis in den November hinein auf dem Gemüsebeet stehen bleiben. Der Winterrettich ist für den Selbstversorgeranbau besonders gut geeignet, da er sich gut lagern lässt. Hierfür eignet sich ein frostfreier, nicht zu trockener Raum, wo er auch in leicht feuchtem Sand eingeschlagen werden kann. Gut lässt er sich auch in einer klassischen Erdmiete zusammen mit Roter Beete oder Karotten lagern.
Optimal für den Anbau von Winterrettichen sind leichte humose Böden, die keine großen Verdichtungen aufweisen. Die Erfahrung zeigt immer wieder, dass besonders auf ungünstigen Böden die Schärfe des Rettichs deutlich zunimmt.
Wer jetzt schon für das neue Jahr plant und nicht ganz optimale Böden besitzt, kann jetzt im Herbst seine Böden tiefgründig lockern und event. mit reichlich Sand durchlässiger machen. Diese Maßnahme kann der gefürchteten Rettichschwärze, einer bodenbürdigen Pilzkrankheit, zumindest etwas vorbeugen. Neben einem sorgfältigen Flächenwechsel, den man sehr sorgfältig alle Jahre einhalten sollte, gilt auch das Einbringen von Kalkstickstoff, etwa 3 Wochen vor der Saat als vorbeugende Maßnahme.  Stallmist sollte ebenfalls vermieden werden, da er die gefürchteten Gemüsefliegen noch zusätzlich anlockt.
Fotos: Thomas Neder