Winterportulak - zart, fein und robust
 
(TN) Auch Anfang Oktober kann im Gemüsegarten, im Kleingewächshaus oder im kalten Kasten noch ausgesät werden. Feldsalat und Spinat sind Veteranen im Gemüsegarten. Jeder kennt sie. Es gibt aber auch noch andere interessante Kulturen, die im Herbst in die Erde wollen.

Winterportulak oder Postelein, wie er auch genannt wird, ist ein robustes Wintergemüse. Angenehm im Geschmack und reich an Vitamin C, Calcium und Eisen ist er für Gemüseliebhaber aus dem eigenen Garten eine willkommene Bereicherung in der kalten Jahreszeit.

Winterportulak stammt ursprünglich aus den Küstenregionen Nordamerikas und kam etwa um 1750 nach Westeuropa. Er war damals auch unter den Namen `Miner`s lettuce` oder `Indian lettuce` bekannt, da er von den Bergleuten, bzw. den Indianern als Salat genutzt wurde.

In seinen Ansprüchen an den Boden und die Nährstoffversorgung ist die einjährige, nur 10 bis 30 cm hohe Pflanze sehr bescheiden. Sie ist daher eine ideale Nachkultur. Bedingt durch das sehr feine Saatgut ist ein feinkrümeliger Boden für die Aussaat von Vorteil. Die Samen keimen bei Temperaturen unter 12 Grad. Wird ausgesät, beträgt der Reihenabstand ca. 15 cm, die Saattiefe etwa 1 cm. Nach etwa 8 Wochen kann bereits geerntet werden.
Einfacher ist das Auspflanzen bereits vorgekeimter Samen, die man als kleine Presstöpfe im 12 er Pack jetzt noch kaufen kann.

Bei stärkeren Kahlfrösten ist eine Abdeckung mit Vlies vorteilhaft. So kann auch im Spätherbst und Winter frisches Blattwerk geschnitten werden. Die Blattstiele werden am besten nur bis auf 1 cm über der Erde abgeschnitten. Das Herz bleibt stehen. So kann sich die Pflanze wieder regenerieren. Im Idealfall kann man bis zu 4 mal schneiden.

Auch ein Anbau in Töpfen und auf der Fensterbank ist möglich. Zubereitet wird der Winterportulak wie Spinat oder Salat. Er schmeckt auch prima auf einem frisch belegten Brot, als Zugabe in Quarkspeisen oder in Rohkostplatten.

Foto: Thomas Neder