Die Christrose – Leuchtende Blüten in lichtarmer Zeit

„Cranuuh, Cranuuh“ tönt es über dem Coburger Land
15. November 2025

Die Christrose – Leuchtende Blüten in lichtarmer Zeit

Die Arten- und Sortenpalette der Christrosen ist mittlerweile sehr facettenreich. Schon im Winter sorgen sie für die ersten Gartenfreuden im oft tristen Grau. Richtig verwendet kann man lange Freude an ihnen haben.

Schneerosen, Christrosen oder Lenzrosen, wie sie auch genannt werden, sind geschätzte Blütenpflanzen. Sie erfreuen mit ihren Blüten je nach Art und Sorte vom Spätherbst bis in das zeitige Frühjahr hinein. Durch Verwendung verschiedener Arten kann man die Blütenperiode strecken. Helleborus niger `Praecox` wagt sich mit seinen Blüten schon Ende November aus der Deckung. Die reine Art Helleborus niger selbst lässt sich je nach Witterung oft bis zum Januar/ Februar Zeit, bis sie mit ihren strahlend weißen oder rötlich angehauchten Blütenblättern auf sich aufmerksam macht. Dem Klassiker unter den Christrosen machen zunehmend robuste Wildarten Konkurrenz.

Zu den interessanten „Wilden“ gehört z.B. Helleborus foetidus. Die hellgrünen, glockigen Blüten sind zwar etwas zurückhaltender, jedoch verleihen die purpurnen Spitzen der Blüte einen besonderen Charme. Je nach Witterung erscheinen die bis zu 30 cm hohen Blütenstände von Januar bis März. Die Blätter sind palmenförmig ausgebildet und sehr dekorativ. Sehr apart ist z.B. auch die Sorte `Altenburg Selection`. Die Blüten sind außergewöhnlich standfest. Die Blattstiele glänzen burgunderrot, die Blätter schimmern glänzend. Fächerförmig aufgebaut machen die grob gesägten Blätter die Pflanze auch zu einer Blattschmuckstaude.

Auch Liebhaber von Duftpflanzen werden in der breiten Palette der Wildarten fündig. Nach Holunder duftet Helleborus cyclophyllus, angenehm riecht auch Helleborus odorus.

Rel. anspruchslos, klimahart und anpassungsfähig an den Standort sind die sog. Orientalis Hybriden. Sie blühen von März bis April. Die Blütenfarbe der Sämlinge ist ein Farbenspiel von Weiß bis Rosa. Wegen ihrer Robustheit und Blütenfreudigkeit werden sie immer stärker in den Gärten verwendet.

Christrosen sind Kinder der südlichen und teilweise der nördlichen Kalkalpen. Auch im Apennin und in Jugoslawien, sowie im westlichen Asien findet man über 20 Wildarten in freier Natur. Sie sind giftig! Lenzrosen lieben einen kalkhaltigen, lockeren Humusboden in Gehölznähe. Er darf ruhig auch steindurchsetzt sein. Dort können sie ungestört viele Jahre wachsen und gedeihen. Es sind Exemplare bekannt, die schon mehrere Jahrzehnte am selben Standort prächtig gedeihen. Auf Wurzelverletzungen reagieren sie allgemein empfindlich. Werden ältere Exemplare geteilt, sollte man die Wurzeln nicht zurückschneiden, da sie sonst leicht von Fäulnispilzen befallen werden können. Auch eine Vermehrung durch Aussaat ist möglich. Sie sollte direkt nach der Samenernte erfolgen. Helleborus gelten, auch wenn sie zur Blüte reichlich Feuchtigkeit lieben, als nässeempfindlich. Sommertrockenheit wird auch im schattigen Bereich gut vertragen. Stehen sie in Gehölznähe, sorgt der sommerliche Durst der Sträucher von selbst für einen trockeneren Standort.

Terminhinweis des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V.:

Donnerstag, 22. Januar Gartenpflegerkurs Teil 1 mit den Themen: „Aktuelles aus dem Obstlehrgarten“ (Ref. Thomas Neder) und „Wasser im Garten“ (Ref. Roland Ramming). Beginn 18 Uhr; Haarther Keller in Haarth. Eintritt frei.