

16 Traubensorten wurden in diesem Jahr anlässlich der mittlerweile schon traditionellen "Coburger Weinlese" am Obstlehrgarten aufgetischt und zur Verkostung angeboten. Dabei ging es nat. nicht nur um das Naschen "per se", sondern auch darum, die einzelnen Traubensorten zu bonitieren. Bewertet wurden hierbei von den über 50 kritischen Juroren die Aspekte Aussehen, Schalenkonsistenz, Kerne und Geschmack. Bei den hellen Sorten kamen hierbei `Glenora` und `Talizman`auf die vorderen Plätze. Bei den blauen Trauben gefielen vor allem `Muscat Bleu` und `Fiorito`. Die extrem pilzwiderstandsfähige Sorte `Isabella Blau` wurde wegen ihres sog. "Foxtones" erwartungsgemäß sehr unterschiedlich bewertet. Die vorderen beiden Plätz unter den rosé farbigen Traubensorten belegten `Venus` und `Arkadia Rozowa`.
Bevor man sich jedoch ans Traubenbuffet begab, stand ein kurzer Rundgang zu ausgewählten Stationen auf dem Programm. Hierbei konnten sich die Obstfreunde über den Anbau der Pünktchenbeere, der Aronie und über die Erziehungssysteme Pergl-Erziehung, Senkrechter Kordon, Waagerechter Kordon, Trierer Weinrad und Umkehrerziehung bei der Kultur von Tafeltrauben informieren.
Landrat und 1.Vorsitzender Sebastian Straubel würdigte in seiner Ansprache zum offiziellen Teil die stetige und vorbildhafte Entwicklung des Obstlehrgartens in den 20 Jahren seit seiner Gründung. Als Quelle des Fachwissens, aber auch als Oase der Ruhe werde er mittlerweile regional und überregional, sowohl im Zuge persönlicher Besuche, als auch in der Fach- und Tagespresse, sowie bei TV sendern sehr geschätzt. Sein Dank galt allen aktiven und ehemaligen Helfern und Unterstützern des Lehrgartens. Lobend erwähnte der 1. Vorsitzende Geschäftsführer Thomas Neder für seine Planung, Betreuung und konzeptionelle Weiterentwicklung der Anlage.
Lisa Dittrich, Abteilungsleiterin des Gartenbauzentrums Nord in Kitzingen betonte die Wichtigkeit und Bedeutung des Lehrgartens als Stütze der Gartenkultur, aber auch die Bedeutung einer kontinuierlichen, fachlichen Pflege für den langfristigen Erhalt eines solchen Demonstrationsgartens. Aus guter fachlicher Praxis wisse sie um die Energie und Passion, die nötig ist, um dauerhaft erfolgreich zu sein, denn ein Garten ist nie fertig, berge aber hierdurch auch wichtige Entwicklungsmöglichkeiten.
Auch Wolfram Vaitl, 1. Vorsitzender der Bayerischen Landesverbandes ließ es sich nicht nehmen, den langen Anreiseweg aus München auf sich zu nehmen. In seinem Grußwort erwähnte Vaitl u.a. die immensen Herausforderungen, die der Klimawandel auch für die zahlreichen Hausgärten mit sich bringt. Obstlehrgärten könnten hier durch den Test neuer Arten, besserer Sorten und zukunftsfähigen Anbau-/ Kultursysteme einen wichtigen Beitrag zur Umstellung und Anpassung an den Klimawandel leisten.
Stellvertretend für die 1. Vorsitzende Emmi Zeulner überbrachte Friedhelm Haun zusammen mit einem kleinen Jubiläumsgeschenk die besten Wünsche des Bezirksverbandes Oberfranken und sicherte auch weiterhin die Unterstützung des Lehrgartens seitens des Verbandes zu.
Ein gemeinsamer Rundgang durch den Obstlehrgarten und ein kleiner Imbiss rundeten das 20jährige Jubiläum ab.