Von Frühlingszwergen und Zauberrosen

Thomas Neder dankte dem Referenten für seinen engagierten Vortrag "Rhetorisches und fachliches Feuerwerk bestellt, Feuerwerk geliefert"!
Klimabäume pflanzen und pflegen
2. Februar 2024
Sehr gut zum Verwildern eignet sich der Bauernkrokus

Sehr gut zum Verwildern eignet sich der Bauernkrokus

Von Frühlingszwergen und Zauberrosen

Die Themen „Zauberhafte Frühlingsgeophyten“ und „Alte Zeiten, alte Rosen“ standen auf der Agenda des sehr gut besuchten 2. Gartenpflegerkurses des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V.

Trotz des wenig einladenden Februarwetters wehte dank der Vortragsthemen bereits ein Hauch von Vorfrühling und die Vorfreude auf die duftenden Blüten alter Rosensorten durch den Saal des Haarther Kellers in Haarth.

Bevor Rosenexpertin Christine Bender die Schatzkammer ihres langjährigen Rosenwissens öffnete, durften die Teilnehmer vom mitgebrachten Rosensaft probieren. Bender hatte hierzu aus eingefrorenen Blütenblättern von Alba Rosen, Portland Rosen und weiteren Rosengruppen unter Zugabe von Wasser, Zitronensaft und Zucker ein hocharomatisches „Gartenelexier“ gezaubert, das die Zuhörer bereits zu Beginn des Vortrags begeisterte. Auf einem kurzweiligen Rundgang stellte die Rosenfachfrau die Historie alter Rosen vor, beginnend von der Verbreitung der Rosen durch die Römer, die Ansiedlung in Klostergärten und schließlich ihre Etablierung in den Bauerngärten. Erläutert wurde die Folgen der ab 1867 eingeführten Teerosen aus China, die andere Farben und Blütenformen der Rosen ermöglichten. Mit einladenden Bildern präsentiert Bender die Palette der unterschiedlichen Gruppen alter Rosen und erwähnte die Besonderheiten. „Während Rosen der Alba und Centifolia Gruppe nur einmal blühen, findet man bei den Damascener Rosen und Borbonica Rosen auch öfter blühende Vertreter. Einen wahnsinnigen Duft verströmt z.B. die purpurrote `Rose de Resht`. `Comte de Chambord`, eine öfter blühende Portlandlandrose mit der Eleganz von Edelrosen, eignet sich besonders gut für die Verwendung in der Küche. Mit ihrer ungestümen Wuchskraft ist die Ramblerrose `Paul´s Himalayan Musk` in der Lage auch große Flächen zu begrünen“, so die Referentin. Am Ende der Ausführungen wurden erlesene Rezepte wie Rosensirup, Rosensaft, Rosenbutter, Rosenessig und Rosenzucker vorgestellt.

Lust auf den Frühling machte der anschließende Vortrag über Frühlingsgeophtyten, von Thomas Neder. „Eine möglichst durchgängige Blütenkette vom Vorfrühling bis in den späten Herbst hinein macht den Garten nicht nur optisch, sondern vor allem auch ökologisch wertig. Schon jetzt Anfang Februar beginnt dank Winterling, Schneeglöckchen und Co der bunte Vorfrühling“, so Neder. Nach den Ausführungen des Referenten passen die Blütenzwerge im Grunde in jeden Garten, so der Boden nicht komplett lehmig oder tonig ist. Um eine möglichst gute Verbreitung zu sichern ist es wichtig das Laub möglichst lange stehen zu lassen und mit dem Rasenmäher zunächst einen großen Bogen um die Blütengruppen zu machen. Dass man auf diesen Flächen nicht vertikutieren und umgraben sollte versteht sich von selbst. Selbst kleine Initialpflanzungen z.B. mit dem Blaustern, dem Schneestolz oder der Puschkinien können nach Jahrzehnten große und wunderschön leuchtende Blütenteppiche bilden, wenn man die Pflanzen ausreifen und aussamen lässt. Im Gegensatz zu den Hochzuchtsorten gibt es bei Tulpen auch dankbare Wildarten wie z.B. Tulipa tarda, die auf lockeren Böden viele Jahre lang ohne großes Zutun wieder blühen. Auch für trockenheitsverträgliche Pflanzungen mit Steppenheidencharakter gibt es eine Palette passender Arten. Hierzu gehören z.B. die Netzblattiris oder der Iranlauch und seine Verwandten. Auch im Herbst kann man sich an blühenden Zwiebelpflanzen erfreuen, so man entsprechende Arten einplant und pflanzt. Zu den aparten Herbstblühern zählen z.B. Herbstzeitlosen, Herbstkrokusse und das Efeublättrige Alpenveilchen.

Hinweis:

Der Kreisverband bietet am 16. Juni eine Tagesfahrt zum Thema: „Rosen, Rosen, Rosen“ an. Auf dem Programm steht ein Besuch des Rosengartens von Christine Bender in Kolitzheim und des Rosengartens von Familie Schlegelmilch in Zeil am Main. Anmeldungen sind möglich bei der Geschäftsstelle des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. am Landratsamt in Coburg.