Johannisbeeren in Schwarz, Rot und Gold

„Schwäbischer“ Besuch im Obstlehrgarten
11. Juni 2026

Johannisbeeren in Schwarz, Rot und Gold

Der Monat Juli gehört den Johannisbeeren. Pünktlich zum Höhepunkt der Fußball WM werden sie in Gärten mit großer Sortenvielfalt in Schwarz, Rot und Gold leuchten.

Kein Garten ist zu klein für Johannisbeeren. Ist er nicht komplett verschattet und Spätfrösten extrem ausgesetzt, findet man auf jedem noch so kleinen Grundstück einen geeigneten Platz für das robuste und urgesunde Beerenobst. Auch die Kultur auf Balkon oder Terrasse ist leicht möglich. Im Zuge des Klimawandels eignen sich mittlerweile halbschattige Plätze besser als voll der Sonne exponierte Standorte. Hier kann es wie bei Stachelbeeren leicht zu Sonnenbrand kommen. Alternativ kann man etwas schattieren und so heiße Perioden besser überstehen.

Johannisbeeren gibt es mittlerweile in Weiß, Gelb, Rosa, Rot und Schwarz (Ribes nigrum) und in Grün. Wobei letztere wie schwarze Johannisbeeren schmecken, denen die schwarze Farbe fehlt. Botanisch gesehen zählen die weißen Sorten zu den Roten Johannisbeeren (Ribes rubrum). Johannisbeeren reifen je nach Sorte von Ende Juni (z. B. `Bona`) bis in den August (z. B. `Augustus`) und liefern frisch vom Strauch gepflückt über einen langen Zeitraum täglich ein Stück Gesundheit. Auch für die „Spätlese“, was vielleicht etwas ungewöhnlich erscheint, sind einige Sorten gut geeignet. Hier muss allerdings das Klima, bzw. die Bewässerung mitspielen und ausreichend Wasser im Boden vorhanden sein. Die Beeren schmecken vor allem bei roten Sorten dann etwas säureärmer und milder. Mehrere Sorten nebeneinander gepflanzt fördern den Ertrag. Humose und nährstoffreiche Böden eignen sich am besten. Staunasse Böden sollten vermieden werden, auch wenn Johannisbeeren als robust gelten.

Das Fruchtverhalten bei Roten, Weißen und Schwarzen Johannisbeeren ist unterschiedlich: Bei Roten und Weißen Johannisbeeren fruchten in der Regel die einjährigen Seitentriebe der aufrecht wachsenden Haupttriebe. Kurze Seitentriebe an zwei- bis dreijährigen Gerüsttrieben liefern die besten Erträge. Bei Schwarzen Johannisbeeren sind die im Vorjahr gewachsenen Langtriebe in der oberen Triebhälfte bereits voll fruchtbar. Man sollte sie nicht einkürzen, denn sie liefern die beste Fruchtqualität. Im Laufe der Zeit entwickeln sich fruchtende, untergeordnete Seitentriebe Insgesamt verzweigen sie sich aber weniger als rote und weiße Sorten.

Die Erziehung kann sehr unterschiedlich erfolgen: Möglich ist die Kultur als Busch, als Hochstammpyramide, als Dreiast- oder als Einasthecke. Im Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege werden unterschiedlichste Formen des Anbaus demonstriert. Getestet werden über 30 verschiedene Sorten.

Am Lehrgarten haben sich folgende Sorte als besonders interessant herausgestellt: Bei den weißen/gelben Sorten z. B. Lubera Ribest Blancette und Zitawia, bei den roten Sorten Detvan und Rovada, bei den rosa Züchtungen Rosalinn und bei den schwarzen z. B. Bona, Lubera Casissima Noiroma und Neva.

Vor allem bei der häuslichen Verwertung zu Marmelade oder zu Saft macht sich ein reicher Sortenmix geschmacklich besonders positiv bemerkbar. Was nicht sofort nach der Ernte verwertet werden kann, lässt sich übrigens auch wunderbar als Vitaminsnack für die kalte Jahreszeit eingefrieren.